Leben in einer attraktiven Gemeinde: Erhalt und Weiterentwicklung unserer Ortskerne

K1024 20160227 Altes RathausLeben in einer attraktiven Gemeinde: Erhalt und Weiterentwicklung unserer Ortskerne war das Thema zu dem die SPD Hünfelden am Freitag, 26. Februar am „alten Rathaus“ in Kirberg eingeladen hatte. Als kompetenten Gesprächspartner konnte Sebastian Lindner die Bürgermeisterin von Hünfelden Silvia Scheu-Menzer begrüßen. In seinen einleitenden Worten hob er die Wichtigkeit der Stärkung der Ortskerne hervor. Das Dorfkernsanierungsprogramm seinerzeit  maßgeblich von der SPD mitgestaltet ist ein starker Eckpfeiler der gemeindlichen Förderung. Auch wenn die Mittel unter dem Druck des Haushaltsausgleichs vermindert wurden sollte das Programm aber unter allen Umständen beibehalten werden.

Silvia Scheu-Menzer konnte seine Ausführungen auch mit deutlichen Zahlen untermauern: zwischen 2004 und 2016 wurden insgesamt 336 Anträge gestellt. Die Gesamtsumme der ausgezahlten Zuschüsse liegt bei 815.000 Euro. Die daraus beantragte Gesamtinvestitionssumme beträgt stolze 6,2 Mio€, die zu einem großen Teil den heimischen Handwerksbetrieben zu Gute kommt. Wichtig sei auch so Silvia Scheu-Menzer die Leerstände im Auge zu behalten. Das unter Mitwirkung der Ortsbeiräte erstellte Kataster wird turnusmäßig auf dem neuesten Stand gehalten. Die Situation sei zwar noch nicht so schlimm wie in Nordhessen aber trotzdem zu beobachten.

K1024 20160227 GruppenbildRolf Schwenk fragte nach den Möglichkeiten Hausbesitzer zu Renovierungsmaßnahmen anzuhalten. Hier sind die Einflussmöglichkeiten der Gemeinde eingeschränkt sagte Silvia Scheu-Menzer. Erst wenn die Verkehrssicherheit bedroht ist oder historisch wertvolle Gebäude im Bestand bedroht sind kann die Gemeinde tätig werden. Ein Zwang ist jedoch ausgeschlossen. Rüdiger Schmid regte an leerstehende Anwesen in strategische günstiger Lage durch die Gemeinde anzukaufen und die Grundstücke nutzbar zu machen, ebenso sollte Privatleuten bessere Beratungsmöglichkeiten haben und eine Erleichterung bei Abriss und Entsorgung. Sebastian Lindner regte an neben der gemeindlich angeboten Architektenberatung auch ein Beratungsnetzwerk heimischer Handwerker zu fördern. Hier sollte die Machbarkeit konkret anhand von Skizzen und kurzen Protokollen dem Sanierungswilligen an die Hand gegeben werden.

Zwei weitere Punkte führte Silvia Scheu-Menzer an: Die im Ortskern lebenden Menschen werden immer älter, dem muss man beim Ausbau fußläufiger Verbindungen Rechnung tragen. Zweites Problem ist der Parkraum. In den älteren Gebäuden befinden sich nach der Sanierung oftmals mehrere Wohnungen. Die benötigte Anzahl an Parkplätzen ist aber auf den Grundstücken oft nicht darstellbar. Hier wird auch die Gemeinde in den nächsten Jahren nach Möglichkeiten Ausschau halten müssen. Rüdiger Schmid merkte an, dass dieses Problem nicht nur im Ortskern sondern auch in Neubaugebieten zu finden ist. Rainer Knapp regte an mit den Mitteln aus der Stellplatzablösung zumindest kleine Lösungen wie Parkbuchten oder Markierungsflächen umzusetzen. Eine Überregulierung bringt aber nichts solange nicht auch die Bürger diese Maßnahmen mittragen betonte Silvia Scheu-Menzer. Alle gemeindlichen Maßnahmen haben nur dann Erfolg wenn sie auch vom Bürger akzeptiert werden.